Zwei Suchen. Drei Suchanfragen, die die KI selbst formuliert hat. Vierzehn Quellen, ein Teil davon zitiert, der Rest nur gefunden. Daraus eine Antwort mit einer Handvoll Shopnamen. So sah ein einzelner Lauf aus, mit dem wir Anfang November unsere Suchmessung bei Perplexity geprüft haben. Gefragt war nach einem Produkt, das man in Deutschland online kaufen will. Der Shop, dessen Sichtbarkeit wir gemessen haben, stand nicht unter den ersten fünf zitierten Quellen. Dort standen Konkurrenzshops sowie Vergleichs- und Ratgeberseiten.
In dieser einen Antwort steckt alles, worum es bei KI-Sichtbarkeit heute geht. Nicht darum, ob ein Modell deinen Namen kennt. Sondern darum, ob die Suche dich findet, liest und für zitierwürdig hält. Jede dieser Stufen lässt sich messen. An jeder lässt sich etwas ändern. Genau so haben wir Libers Suite gebaut.
Gedächtnis oder Suche
Ein Sprachmodell hat zwei Wissensquellen. Das Training: alles, was es bis zu einem Stichtag gelesen hat. Und die Suche: Das Modell schickt eigene Suchanfragen ins Netz, liest Seiten und baut daraus seine Antwort, mit Quellen.
Fragt man ein Modell ohne Websuche, misst man sein Gedächtnis. Das sagt etwas über die Bekanntheit einer Marke. Ob deine Änderung von letzter Woche wirkt, sagt es nicht. Das Gedächtnis ändert sich erst mit einem neuen Modell. Die Suche liest bei jeder Frage neu.
Wir messen deshalb beides, aber getrennt: das Modellwissen als Wert für Bekanntheit und die Suchsichtbarkeit als Wert dafür, ob deine Arbeit ankommt.
Was wir messen und was wir bewusst nicht zählen
Die Suchmessung läuft bei sechs Anbietern mit eingeschalteter Websuche: OpenAI, Perplexity, Google Gemini, Anthropic Claude, xAI Grok und DeepSeek. Wir fragen über ihre Schnittstellen. Die sind nicht identisch mit der App, die deine Kunden öffnen. Deshalb lesen wir die Werte als Verlauf über Wochen, nicht als Abbild einer einzelnen Antwort. Fünf Regeln gelten dabei.
Die Fragen nennen dich nicht. Einen Händler fragen wir zum Beispiel so:
- «Wo kann ich [Produkt] in [Land] online kaufen? Nenne konkrete Shops.»
- «Welcher Onlineshop in [Land] ist für [Kategorie] empfehlenswert?»
- «Ich suche [Produkt]. Welche Shops in [Land] haben gute Preise und guten Service?»
Wer nach seinem eigenen Namen fragt, wird fast immer gefunden. Das ist keine Sichtbarkeit. Das ist ein Echo.
Gefragt wird in deinem Markt. Ein Shop für Deutschland wird auf Deutsch und für Deutschland gemessen, ein Shop für Grossbritannien auf Englisch und für das Vereinigte Königreich. Land und Sprache legst du selbst fest.
Jede Frage läuft mehrmals. KI-Antworten schwanken. Wir stellen jede Frage jede Woche zweimal an jeden Anbieter, bei Grok einmal. Das Ergebnis zeigen wir als Anteil mit Stichprobe, etwa «in 7 von 12 Antworten genannt».
Getrennte Befunde. Wird dein Shop genannt? Deine Marke? Wird deine eigene Domain als Quelle zitiert? Werden Wettbewerber genannt? Das sind vier verschiedene Aussagen. Und ein Lauf, in dem das Modell gar nicht gesucht hat, zählt nicht in die Suchsichtbarkeit.
Kein Schönrechnen. Jeder Anbieter steht einzeln da, ohne Gewichtung. Ein Gesamtwert ist der einfache Durchschnitt, und so steht es auch dran.
Wenn eine KI gar keine Shops empfiehlt
Bei manchen Sortimenten erklären KI-Systeme das Produkt ausführlich, nennen aber grundsätzlich keinen Händler. Ein Werkzeug, das nur zählt, ob dein Name fällt, verbucht das als «nicht genannt». Dein Wert sinkt, obwohl in dieser Antwort niemand genannt worden wäre.
Wir erkennen solche Antworten und zeigen sie als eigenen Befund: «Gibt für dein Sortiment keine Empfehlungen ab.» Häufen sie sich bei einem Anbieter, setzen wir ihn für deinen Shop aus, damit er deine Werte nicht verzerrt. Wir prüfen weiter, und sobald er wieder Shops nennt, misst er wieder mit.
Zitiert, gelesen, gefunden
Eine KI-Suche hinterlässt Spuren: die Suchanfragen, die sie abgeschickt hat, und die Seiten, die sie dafür herangezogen hat. Wir speichern beides bei jedem Lauf und unterscheiden, ob eine Seite in der Antwort zitiert, nur gelesen oder nur gefunden wurde.
Damit wird sichtbar, was bisher Bauchgefühl war: welche Seiten die KI zu deinem Thema in deinem Markt heranzieht. Ein Testportal, ein Fachforum, ein Vergleichsportal. Tauchen dort immer wieder dieselben Domains auf und dein Shop kommt auf keiner davon vor, weisst du, wo du hinmusst. Das ist Offpage-Arbeit nach Beleg statt nach Gefühl. Ab dem Tarif Wachstum siehst du diese Quellen in der App.
Vom Befund zur Änderung
Eine Messung, die nur zeigt, dass du fehlst, nützt wenig. Libers Suite unterscheidet drei Fälle und handelt in jedem anders.
Die Crawler kommen nicht an dein Produkt
Der Crawler-Check ruft deine Produktseiten jede Woche und nach dem Veröffentlichen so ab wie die Crawler von ChatGPT, Claude und Perplexity: ohne JavaScript und mit deren Kennungen. Er zeigt dir, ob ein Crawler gesperrt wird, ob deine robots.txt ihn ausschliesst, ob die FAQ im HTML steht und ob deine Seite genau eine Produkt-Auszeichnung mit dir als Verkäufer hat. Für jeden offenen Punkt bekommst du eine Anleitung.
Die Suche findet dich, nennt dich aber nicht
Dann liegt es am Inhalt. Wir erstellen das Knowledge Pack neu, und zwar mit den Suchanfragen, die die KI dabei tatsächlich gestellt hat. Dein Produkt beantwortet danach die Fragen, nach denen gesucht wird, nicht die, die jemand vermutet. Damit die Wirkung messbar bleibt, warten wir dafür mindestens zwei Messungen ab.
Die Suche findet dich gar nicht
Dann hilft ein neuer Text allein nicht. Es geht um Auffindbarkeit: Zugang für die Crawler und Erwähnungen auf den Seiten, die die KI zitiert. Beides zeigen dir der Crawler-Check und die Quellen in der App. Bleibt ein Produkt nach sechs Wochen unsichtbar, schaut sich unser Team es an.
Ausgeliefert wird das Knowledge Pack dort, wo Crawler es lesen: im HTML deiner Produktseiten. Das WooCommerce-Plugin ergänzt die Produktdaten von Rank Math oder Yoast und zeigt die FAQ sichtbar an. Die Shopify-App bringt die Daten über dein Theme auf die Seite. Bei Shopware, Magento und fünf weiteren Systemen schreiben wir die Beschreibung zurück, auf Wunsch mit der FAQ darin.
Wir messen auch uns
Ob Knowledge Packs die Sichtbarkeit in KI-Suchen wirklich erhöhen, behaupten wir nicht. Wir prüfen es wie eine Studie:
- Die Hypothesen haben wir festgelegt, bevor wir auswerten.
- Produkte mit Knowledge Pack treten gegen eine zufällig zugeteilte Kontrollgruppe ohne Knowledge Pack an, gemessen mit denselben Fragen, vorher und nachher.
- Ausgewertet wird pro Produkt, mit Vertrauensbereich. Unter 30 Läufen gibt es keine Aussage, sondern den Hinweis «zu wenig Daten».
Fällt das Ergebnis anders aus als erhofft, erfährst du es von uns.
Sieben Fragen an jedes Tool für KI-Sichtbarkeit
Stell sie jedem Anbieter, der dir KI-Sichtbarkeit verkaufen will. Auch uns.
- Messt ihr mit Websuche oder nur das Modellwissen?
- Nennen eure Testfragen meinen Shop oder meine Marke?
- In welcher Sprache und für welches Land fragt ihr?
- Wie oft stellt ihr dieselbe Frage, und zeigt ihr mir die Stichprobe?
- Wie zählt ihr Antworten, in denen die KI gar keinen Shop empfiehlt?
- Seht ihr, welche Quellen die KI zitiert, und zeigt ihr mir, wo ich fehle?
- Was ändert ihr an meinem Shop, wenn ich fehle, und wie prüft ihr, ob es gewirkt hat?
Weicht die Antwort aus, misst das Tool etwas anderes als das, was deine Kunden sehen.
Was wir nicht versprechen
Niemand kann garantieren, dass eine KI deinen Shop nennt. Wer das verspricht, verkauft ein Gefühl. Wir versprechen, dass du siehst, was passiert, verstehst, warum, und dass wir daran arbeiten, bis es sich bewegt.
Häufige Fragen
Warum misst Libers Suite das Modellwissen überhaupt noch?
Weil es zeigt, wie bekannt deine Marke in den Modellen ist. Für die Frage, ob deine Optimierung wirkt, zählt die Suchsichtbarkeit.
Sind die Ergebnisse dieselben wie in der App von ChatGPT oder Perplexity?
Nicht Antwort für Antwort. Wir fragen über die Schnittstellen der Anbieter, und KI-Antworten schwanken ohnehin. Aussagekräftig ist der Verlauf über mehrere Wochen.
Warum steht bei einem Anbieter «Gibt für dein Sortiment keine Empfehlungen ab»?
Weil dieser Anbieter bei Fragen zu deinem Sortiment keine Shops nennt, egal welche. Das ist kein Befund über deinen Shop. Wir setzen den Anbieter für dich aus und nehmen ihn wieder auf, sobald er Shops empfiehlt.
Ab welchem Tarif sehe ich die zitierten Quellen?
Ab dem Tarif Wachstum siehst du die Ergebnisse mit Websuche und die Seiten, die die KI-Suche dabei zitiert.
Wo steht dein Shop in den KI-Suchen?
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Der Beitrag beschreibt die Methode, mit der Libers Suite Sichtbarkeit in KI-Suchen misst und daraus Änderungen ableitet. Grundlage sind unsere eigene Messlogik und die Dokumentationen der sechs Anbieter (OpenAI, Perplexity, Google Gemini, Anthropic Claude, xAI Grok, DeepSeek), Stand November 2026. Aussagen zu Websuche, Quellenangaben und Standortparametern haben wir an der jeweiligen Anbieter-Dokumentation geprüft. Die Beispielfragen sind die Fragen, die unsere Messung tatsächlich stellt. Das Beispiel am Anfang stammt aus einem Probelauf unserer Messung im November 2026. Shop und Produkt nennen wir nicht.
Quellen
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OpenAI: Web search (API-Dokumentation)
Websuche über die Responses API, Quellenangaben und Standortparameter
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Perplexity: Agent API und Sonar (API-Dokumentation)
Suchbasierte Antworten mit Quellen über die Perplexity-Schnittstelle
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Google: Grounding with Google Search (Gemini API)
Wie Gemini Antworten auf die Google-Suche stützt und Quellen zurückgibt
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Anthropic: Web search tool (Claude Platform Docs)
Websuche für Claude mit Quellenangaben und Standortparameter
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xAI: Web Search (Grok API-Dokumentation)
Websuche für Grok über die Responses API
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DeepSeek: Responses API (API-Dokumentation)
Websuche für DeepSeek über die Responses API
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Schema.org: Product
Vokabular für strukturierte Produktdaten, das die Knowledge Packs nutzen
Faktenprüfung
Alle Fakten wurden am 08.11.2026 geprüft
Bildnachweise