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Deine Frage zählt

Wer heute eine Kaufempfehlung sucht, fragt immer öfter eine KI. Was sie antwortet, hängt stark davon ab, wie man sie fragt. Wie die Menschen in der Schweiz fragen, weiss bisher niemand. Mit einer offenen Umfrage wollen wir das herausfinden.

Wer heute eine Kaufempfehlung sucht, fragt immer öfter eine KI. Was sie antwortet, hängt stark davon ab, wie man sie fragt. Wie die Menschen in der Schweiz fragen, weiss bisher niemand. Mit einer offenen Umfrage wollen wir das herausfinden. Dazu brauchen wir deine Hilfe.

Wie du fragst, so wird dir geantwortet

Es ist Sonntagabend, und die alten Kopfhörer haben endgültig den Geist aufgegeben. Morgen früh wartet wieder der Zug, vierzig Minuten Lärm. Also tippst du in das LLM deiner Wahl: «Welche Kopfhörer mit Noise Cancelling lohnen sich bis 300 Franken?»

Die Antwort kommt in Sekunden, freundlich und bestimmt. Drei Modelle, je zwei Sätze zu Klang und Akku, am Ende ein Fazit. Es liest sich wie der Rat eines Kollegen, der sich auskennt.

In der klassischen Google-Suche sah das bekanntlich noch anders aus. Da sahst du eine Liste mit Links vor dir: Testberichte, Händler, Vergleichsportale. Den Weg durch diese Liste hast du dir selbst gesucht. Inzwischen setzt auch Google eine KI-Zusammenfassung über die Treffer. Wer nach dem besten Gerät fragt, bekommt Geräte. Wer nach dem günstigsten fragt, bekommt Preise. Wer «in der Schweiz» dazuschreibt, bekommt andere Namen als jemand, der es weglässt. Im Chat schrumpft die Auswahl dann auf eine Handvoll Namen, die Quellen stehen bestenfalls als Labels noch rechts nach dem Text. Sozusagen nur noch als Kleingedrucktes.

Was dabei weggefallen ist, siehst du nicht. Nicht den Fachhändler in deiner Stadt, nicht den Schweizer Shop, der das Modell am Lager hat. Und auch nicht den Grund, warum es genau diese drei sein sollen, die dir angezeigt werden. Die KI wählt also nicht einfach für dich aus. Sie antwortet auf das, was du ihr gibst. Darum ist die spannendste Frage nicht, was die KI empfiehlt. Sondern wie wir sie fragen.

Erst auf Nachfrage fällt ein Name

Wer solche Fragen ein paar Mal stellt, bemerkt ein Muster. Die KI spricht gern über Produkte, aber aktuell nur ab und zu empfiehlt sie auch einen Laden. Sie erklärt dir den Unterschied zwischen zwei Kopfhörern bis ins Detail. Erst auf die Nachfrage «Und wo kaufe ich das in der Schweiz?» tauchen dann die Händler auf. Mal ein Schweizer Onlineshop, mal Amazon, mal ein Anbieter, von dem du noch nie gehört hast. Stellst du dieselbe Frage einer zweiten KI, bekommst du nicht selten eine ganz andere Liste.

Woher die Namen stammen, bleibt meist im Dunkeln. Manche Antworten beruhen auf einer frischen Websuche. Andere schöpft das Modell allein aus dem, was es irgendwann beim Training gelesen hat. Beim Aufbau der Umfrage hat Gemini viele Kauffragen beantwortet, ohne im Netz nachzusehen, obwohl es das gedurft hätte.

Warum das nicht egal ist

Man könnte das für eine technische Randnotiz halten. Ist es nicht. In einer Umfrage im Auftrag von Visa geben 70 Prozent der Befragten in der Schweiz an, schon einmal eine KI zur Vorbereitung eines Kaufs genutzt zu haben. Nur jede zehnte Person hat danach genau das empfohlene Produkt gekauft (cash.ch, Oktober 2026). Die KI fällt also selten den Entscheid. Aber sie liefert die Namen, mit denen viele weitersuchen.

Und an diesen Entscheidungen hängt schlussendlich doch recht viel Geld. Der grösste Onlineshop der Schweiz, Galaxus, hat 2025 gemäss Carpathia rund 2,3 Milliarden Franken umgesetzt. Auf Platz 4 folgt bereits Temu mit geschätzt einer Milliarde Schweizer Franken, knapp vor Amazon (IT Reseller, Juli 2026). Ob in einer Antwort ein Schweizer Shop steht, eine internationale Plattform oder gar kein Händler, macht für die weitere Suche also einen signifikanten Unterschied.

Welche Shops in den Antworten auf echte Kauffragen aus der Schweiz tatsächlich auftauchen, dazu gibt es unseres Wissens bisher keine öffentlichen Zahlen. Und auch nicht darüber, wie die Menschen hier die KI überhaupt «fragen».

Was heisst hier schweizerisch?

Bei der Vorbereitung zu dieser Umfrage sind wir auf eine Frage gestossen, die es zu klären galt. Wir mussten zuerst festlegen, was wir wie zählen. Das ist einiges schwieriger, als wir erst dachten. Ist Pfister ein Schweizer Möbelhaus? Gegründet und zu Hause in der Schweiz, heute aber ist das Möbelhaus Teil eines österreichischen Konzerns. Für die meisten hier ist die Antwort trotzdem klar: «Natürlich ist (Möbel) Pfister schweizerisch.»

Wir halten es deshalb so: Was in der Schweiz entstanden ist und hier seinen Sitz hat, zählt als Schweizer Shop. Einen ausländischen Eigentümer weisen wir als Zusatz aus. MediaMarkt oder IKEA sind für uns dagegen ausländische Unternehmen mit einem Schweizer Tochterunternehmen. Die Regel steht sichtbar zum Nachlesen direkt auf unserer Umfrageseite. Wer sie anders sieht, kann uns natürlich auch widersprechen. Genau deshalb lassen wir uns in die Karten schauen.

So machst du mit

Auf libers.ai/umfrage stellst du im Formularfeld eine Kauffrage, genau so, wie du sie sonst einer KI stellen würdest. Wir haben dazu einige Beispiele vorbereitet. Knapp oder ausführlich, mit Budget oder ohne. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Es zählt nur, dass du es machst.

  1. Deine Frage geht live an ChatGPT und an Gemini. Beide dürfen dafür im Web suchen.
  2. Du siehst beide Antworten nebeneinander. Darunter steht, welche Shops genannt wurden und wie viele davon aus der Schweiz kommen. Unter «Gestützt auf» erscheinen die Seiten, auf die sich die KI stützt.
  3. Nennt die KI nur Marken, fragst du mit einem Klick nach: «Wo kaufe ich das in der Schweiz?»
  4. Am Ende erfährst du, welcher Frage-Typ du bist, vom Budget-Profi bis zum Schweiz-Fan. Wer mag, teilt das Ergebnis.

Du brauchst kein Konto, und wir speichern keine IP-Adresse. Deine E-Mail-Adresse gibst du nur an, wenn du die Auswertung erhalten willst. Sie wird getrennt von deiner Frage gespeichert.

Was aus deiner Frage wird

Aus den Fragen entstehen zwei Dinge, und keines davon verschwindet in einer Schublade.

Ein offener Fragenkatalog. Wie fragen Menschen in der Schweiz eine KI, wenn sie etwas kaufen wollen? Knapp oder lang, mit Preisgrenze oder mit Ortsangabe? Eine solche Sammlung gibt es bisher nicht. Wir veröffentlichen sie unter der freien Lizenz CC BY 4.0, Händler, Hochschulen und Medien dürfen sie nutzen. Deine Frage kommt nur hinein, wenn du ausdrücklich zustimmst. Jede Frage liest vorher ein Mensch, und was Namen oder Kontaktdaten enthält, bleibt draussen. Hier möchten wir darauf hinweisen, dass wir grundsätzlich empfehlen, keine Namen, Adressen, Telefonnummern oder, noch schlimmer, Bankdaten in einen Chat zu schreiben. Das gehört nicht dort hin, egal bei welchem LLM.

Das KI-Barometer Onlinehandel Schweiz. Mit diesen Fragen prüfen wir regelmässig, welche Shops in den Antworten der KIs auftauchen: nach Branche, nach Art des Shops, aus dem In- oder Ausland. Eine Rangliste einzelner Shops gibt es bewusst nicht. Uns interessieren Muster und Ursachen, nicht Sieger und Verlierer.

Die Ergebnisse stehen frei im Netz, ohne Bezahlschranke und ohne Whitepaper gegen E-Mail-Adresse. Wenn KIs bestimmen, was im Schaufenster liegt, soll jeder sehen können, wie dieses Schaufenster aussieht.

Deine Frage zählt

Wir könnten uns die Fragen auch selbst ausdenken. Dann würden wir allerdings messen, wie Libers fragt, nicht wie die Schweiz fragt. Eine ehrliche Antwort auf «Wer kriegt dein Geld?» gibt es nur mit echten Fragen.

Denk also an das Nächste, was du kaufen willst. Ein Velo für den Arbeitsweg, ein Sofa für die neue Wohnung, Futter für die alte Katze. Stell die Frage so, wie du sie wirklich stellen würdest. Und schau, welche Shops in der Antwort auftauchen.

Jetzt mitmachen: libers.ai/umfrage

Wer die Auswertung sehen will, hinterlässt am Ende eine E-Mail-Adresse. Wir melden uns, sobald das erste Barometer steht.

Quellen

Mach mit bei der Umfrage

Mach mit und hilf uns herauszufinden, wie die Schweiz die KI beim Einkaufen fragt und welche Shops in den Antworten auftauchen. Die Ergebnisse veröffentlichen wir frei für alle.

zur Umfrage

Tags

KI Einkauf ChatGPT Shopping Gemini Onlinehandel Schweiz Umfrage KI-Barometer Schweizer Onlineshops

Methodik

Der Artikel stützt sich auf eigene Beobachtungen beim Aufbau der Umfrage (Kauffragen an ChatGPT mit Websuche und Gemini mit Google-Suche, Oktober 2026) sowie auf öffentlich zugängliche Studien und Rankings: Visa/Management Tools Research (2026, 1260 Personen), Carpathia-Ranking der Schweizer Onlineshops (Geschäftsjahr 2025). Alle Zahlen sind im Text mit der Quelle verlinkt.

Quellen

Faktenprüfung

Alle Fakten wurden am 30.10.2026 geprüft

Bildnachweise

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Über den Autor

Martin Gnos

Martin Gnos

Founder Libers GmbH

Martin ist Kommunikations- und Digitalverantwortlicher sowie Unternehmer in der Schweiz. Er entwickelt Systeme und Strategien, die Online-Portale für KI-Suche und AI-Shopping sichtbar machen – mit Fokus auf strukturierte Daten, Produktfeeds, technische Datenhygiene und messbare Performance.

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